Wir sind Ihr zuverlässiger Rohstoffexperte in Kleestadt, Richen, Raibach
Klein-Umstadt ist ein Stadtteil von Groß-Umstadt im östlichen Teil des südhessischen Landkreises Darmstadt-Dieburg am nördlichen Rand des Odenwaldes. Von den acht, zwischen 1971 und 1977 im Zuge der Gebietsreform in Hessen der Stadt Groß-Umstadt angegliederten, ehemals selbständigen, Gemeinden, ist Klein-Umstadt der bevölkerungsmäßig größte Stadtteil.
Geographische Lage
Klein-Umstadt liegt am nördlichen Rand des Mittelgebirges Odenwald in einer flachen Mulde des Lössgebietes, circa 40 km südöstlich von Frankfurt am Main entfernt und etwa in der Mitte zwischen Darmstadt und dem unterfränkischen Aschaffenburg. Das ehemals selbständige Dorf wird heute von ca. 2255 Einwohnern bewohnt.
Klein-Umstadt hat eine extrem breitgezogene Gemarkung und grenzt im Norden an den Ortsteil Kleestadt, im Osten an die Gemeinde Schaafheim und den Schaafheimer Ortsteil Radheim, südöstlich an den Umstädter Stadtteil Dorndiel, mit dem südöstlichen Zipfel an den Stadtteil Wald-Amorbach der Stadt Breuberg, im Süden an den Umstädter Stadtteil Raibach, im Südosten und Südwesten an die Kernstadt von Groß-Umstadt, im Westen an den Stadtteil Richen. Die östliche Gemarkungsgrenze ist der direkte Übergang zur alten Bachgauer Landwehr.
Geologie
Klein-Umstadt hat durch seine Hanglage am nördlichen Ausgang des Odenwaldes östlich der Otzberg-Bruchzone eine abwechslungsreiche geologische Beschaffenheit. Klein-Umstadt liegt naturräumlich in der östlichen Untereinheit Kleine Bergstraße (Naturraum 231.3) des Reinheimer Hügellands im Tal des unterhalb des Binselberges entspringenden Amorbaches. Die tiefste Stelle der Gemarkung liegt bei 161 m NHN nördlich des Bahnhofes am hier die Bahnstrecke unterquerenden Amorbach, die den Ort überragende Wehrkirche auf 203 m NHN, das Ortsende Richtung Radheim liegt bei etwa 225 m NHN, der höchste Punkt der Gemarkung im Bereich des Binselberges um den Windpark bei etwa 359 m ü. NHN. Der östliche Teil der Gemarkung setzt sich über den Binselberg in die Natureinheit 144, dem Sandstein-Odenwald, Naturraum 144.68 – dem Breuberg-Odenwald – fort.
Am hier in die Tiefe auslaufenden Kristallinen Odenwald, entstanden durch die Variszische Orogenese, findet sich ein Untergrund aus Granit und Granitgneis (380 Millionen Jahre). Dieser wird im Oberdorf von Tonsteinen (Zechstein) und in der südlichen und südöstlichen Gemarkung vom auslaufenden unteren Buntsandstein des Odenwälder Buntsandstein überdeckt. Zu nennen ist noch der Umstädter Quarzporphyr, eine Ablagerung aus Vulkanen, die vor rund 270 Millionen Jahren aktiv waren und schwere Ausbrüche verursachten. Wer will, kann dabei im Quarzporphyr nach Turmalinen suchen. Im Mitteldorf und im Bereich der Weinlage Stachelberg liegt dieser ignimbritische permische Rhyolith (Rotliegend) an der Oberfläche.
Im Tertiär kam es zum Einbruch des Oberrheingrabens, mit einhergehenden erneuten basaltischem Vulkanismus an den alten Störungszonen. Sehr schön ist das an den Basaltsäulen des markant liegenden nahen Otzberg am Naturdenkmal des Säulenbasalts zu sehen. Bariumführende hydrothermale Lösungen, die diesen Bereich des Odenwald durchzogen, führten zu Erzführenden und verkieselten Schwerspat Lagerstätten.
Der auslaufende Sandstein-Odenwald geht im nördlichen und westlichen Teil der Gemarkung in die Hanau-Seligenstädter Senke (Hanauer Becken oder auch Östliche Untermainebene) über,[3] mit dem Ausläufer der Dieburger Bucht in der nordwestlichen Gemarkung und besteht aus tertiären Ablagerungen überdeckt von jüngeren Flussablagerungen sowie Löss– und Flugsanddecken.[4][5][6] Dabei wurde die Lösslandschaft über die Jahrhunderte durch tief ausgeschnittene Hohlwege geprägt.
Oberhalb des Ortes finden sich zwei Aussichtspunkte mit Blick auf markante Naturräume Hessens. Zum einen von der Wendelinuskapelle, zum anderen von unterhalb des Binselberges (die Kuppe selbst ist inzwischen so bewachsen, dass die Wander- und Aussichtspunkte ohne Funktion sind) bieten sich eindrucksvolle Sichten auf die Höhen des Reinheimer Berglandes, des Messeler Hügellandes und des Taunus, auf die Dieburger Bucht als Teil der Hanau-Seligenstädter Senke und somit Teil der naturräumlichen Haupteinheit Untermainebene, alle genannten Teil des Rhein-Main-Tieflands.