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Darmstadt ist eine kreisfreie Großstadt mit 164.792 Einwohnern (31. Dezember 2023) im Süden Hessens, Verwaltungssitz des Regierungsbezirks Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg.
Die Stadt gehört zum Rhein-Main-Gebiet und ist eines der zehn Oberzentren des Landes Hessen. Darmstadt ist nach Frankfurt am Main, Wiesbaden und Kassel die viertgrößte Stadt des Landes. Sie trägt seit dem 13. August 1997 die amtliche Zusatzbezeichnung Wissenschaftsstadt,[2] mit der sie sich bereits seit der Nachkriegszeit profiliert.
Darmstadt war von 1567 bis 1945 Landeshaupt- und Residenzstadt der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, des Großherzogtums Hessen und des Volksstaats Hessen. Der Ruf als „Zentrum des Jugendstils“ geht unmittelbar auf die 1899 von Großherzog Ernst Ludwig eingerichtete Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe zurück, welche seit 2021 UNESCO-Weltkulturerbe ist.[3] Nach dem Luftangriff während des Zweiten Weltkriegs war ein Großteil der Alt- und Innenstadt zerstört. Heute ist etwa jedes dritte Gebäude aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.[4] In der Stadt befinden sich eine Reihe von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die circa 50.000 Studenten verteilen sich auf die 1877 gegründete Technische Universität, die Hochschule Darmstadt, die Evangelische Hochschule und die Wilhelm Büchner Hochschule. Zu den über 30 weiteren Forschungseinrichtungen gehören das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, das Europäische Raumflugkontrollzentrum (ESA/ESOC), die Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten (EUMETSAT) und drei Institute der Fraunhofer-Gesellschaft.
Hinzu kommen zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen des Kommunikations- und Informationstechniksektors, die angewandte Forschung und Entwicklung betreiben. Dazu zählen unter anderem der zweitgrößte Standort der Deutschen Telekom, die Software AG und mit der Merck KGaA auch ein DAX-Konzern.[5] Die Stadt ist Heimat des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98. Darmstadt steht auf Platz 50 der größten Städte Deutschlands.
Darmstadt liegt am Übergang verschiedener Naturräume. Westlich der Stadt beginnt das Hessische Ried als Teil der Oberrheinischen Tiefebene. Dieser Bereich ist eben und durch ein Wechselspiel vernässter und trockener Flächen sowie fruchtbarer Auen- und unfruchtbarer Sandböden geprägt. Wo es die Bodengüte erlaubt, wird intensiver Ackerbau betrieben, der zunehmend künstliche Bewässerung benötigt und auch großflächig Sonderkulturen wie Erdbeeren oder Spargel umfasst. Die unfruchtbaren Flächen sind meist mit Kiefernmischwald bestanden oder Binnendünen bzw. offene Heideflächen. Im Stadtgebiet liegen hier die Täubcheshöhle, der Westwald sowie die Düne am Ulvenberg bei Eberstadt, die Pfungstädter Düne und die Griesheimer Düne.
Der Nordosten des Stadtgebiets gehört zum Messeler Hügelland als Übergangslandschaft zwischen Untermainebene und Odenwald. Es ist überwiegend von unfruchtbaren Sandböden geprägt und wurde deshalb nie gerodet. Hier befinden sich mit der Koberstadt (nördlich der Silz) und dem Oberwald (südlich der Silz) Buchenmischwälder mit den vormaligen Jagdrevieren der Darmstädter Landgrafen und Großherzöge (Jagdschloss Kranichstein, Dianaburg, Alexanderburg und Fasanerie), weiterhin diente und dient das Gebiet der Rohstoffgewinnung (ehemaliger Braunkohletagebau Grube Prinz von Hessen, ehemaliger Ölschiefertagebau Grube Messel sowie Steinbrüche Mainzer Berg und Messel).
Südlich davon bildet die Linie Darmstadt–Roßdorf (etwa entlang der Bundesstraße 26) die Grenze zum Odenwald und dessen Teilgebiet Vorderer Odenwald, der als Mischwald Bessunger Forst den Südosten der Stadtfläche einnimmt. Dieser Bereich ist vergleichsweise bergig, besonders nach Westen und zum Tal der Modau hin. Höchste Erhebung dieses Gebiets ist der 281 m hohe Kirchberg, der außerhalb der Stadtgrenze liegt und die Ebene um knapp 150 Höhenmeter überragt. Der höchste Berg innerhalb der Stadtgrenzen ist der etwas nördlich gelegene Dommerberg (264 m) mit dem Bismarckturm, während die noch weiter nordwestlich gelegene Ludwigshöhe (242 m) mit dem Ludwigsturm der bekannteste Berg der Stadt ist und als Aussichtspunkt über das Rhein-Main-Gebiet besucht wird. Auch das bebaute Stadtgebiet ist im südlichen und östlichen Teil hügelig und die Topografie wurde zur Stadtgestaltung aufgegriffen (Mathildenhöhe mit Hochzeitsturm, Rosenhöhe mit Spanischem Turm und Steinberg/Kraftsruhe im Paulusviertel).
Ferner beginnt südlich der Stadt der Naturraum Bergstraße als Übergang zwischen dem Odenwald im Osten und der Rheinebene im Westen, wobei das Relief am Fuß der Ludwigshöhe hervortritt und sich knapp 70 Kilometer in südlicher Richtung, unterbrochen durch zahlreiche Durchbruchstäler, fortsetzt. In diesem Gebiet spielen Weinbau und Naherholung eine große Rolle. Markante Berge des Darmstädter Umlands sind der Melibokus (517 m, 16 km südlich der Stadt) als höchster Berg an der hessischen Bergstraße und die Neunkircher Höhe (605 m, 19 km südöstlich der Stadt) als höchster Berg des vorderen Odenwalds.
Darmstadt ist eine der wenigen Großstädte in Deutschland, die an keinem Fluss liegen. Entwässert wird ihre Fläche über mehrere kleine Bäche, die in Ost-West-Richtung dem knapp 20 km westlich verlaufenden Rhein zufließen, wobei der Stadtteil Eberstadt im Süden an der Modau liegt und die Kernstadt sowie alle übrigen Stadtteile innerhalb des Einzugsgebiets des Schwarzbachs. Hier bilden Herrgottsbergbach und Saubach in Bessungen den südlichsten der Darmstädter Bäche. Es folgt der Darmbach, der von Ost nach Nordwest durch die Innenstadt verläuft, wobei er größtenteils verrohrt ist und den Meiereibach aufnimmt. Nördlich parallel dazu fließt der nicht ganzjährig wasserführende Molkenbach vom Oberfeld bis zur Nachtweide. Dort befindet sich die Zentralkläranlage, die beide Bäche vereint unter dem Namen Landwehr/Landgraben nach Westen verlassen. Die nördlichen Stadtteile Kranichstein und Arheilgen werden vom Ruthsenbach durchflossen, der sich zwischen Arheilgen und Wixhausen mit der Silz zum Mühlbach vereint und das Stadtgebiet ebenfalls in westlicher Richtung verlässt. Nördlich von Wixhausen folgt der Hahnwiesenbach/Mörsbach in Ost-West-Richtung und schließlich bildet ganz im Norden der Hegbach die Gemarkungsgrenze zwischen Darmstadt und dem Landkreis Offenbach. Die Wasserscheide zwischen Rhein und Main verläuft etwa sieben Kilometer östlich der Stadt durch den Nachbarort Roßdorf. Im Stadtgebiet befinden sich einige kleinere Teiche, so etwa der Große Woog in Innenstadtnähe.
Als Oberzentrum ist Darmstadt der zentrale Ort auch für die Landkreise Darmstadt-Dieburg und Odenwaldkreis sowie die Gemeinden des südlichen Landkreises Groß-Gerau, einen Bereich mit insgesamt rund 650.000 Einwohnern. Benachbarte Zentren sind Frankfurt am Main im Norden; Aschaffenburg im Osten; Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen am Rhein im Süden sowie Mainz und Wiesbaden im Nordwesten.